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Ein Ort zum Verweilen

Ein Ort zum Verweilen

Der Hochaltar mit der „Himmelfahrt Mariens“ von Oswald Onghers.
Der Hochaltar mit der „Himmelfahrt Mariens“ von Oswald Onghers.
„Wallfahrer wie Ausflügler sind immer wieder verwundert, welch schöne Kirche sie auf dem freien Feld vorfinden“, erzählt Pater Marcellus Jahnel, Prior und Wallfahrtsseelsorger in Fährbrück. Schon beim ersten Betreten ist der Besucher überwältigt von der barocken Gesamtkomposition. Neben den kunstvollen, ganz in Rot und Gold gehaltenen Altären von Minoritenbruder Kilian Stauffer ziehen die imposanten Gemälde die Blicke auf sich. Im Zentrum steht dabei das Hochaltar-Gemälde von Oswald Onghers, das die Himmelfahrt Mariens darstellt und damit die Zuversicht des ewigen Lebens veranschaulicht. Der linke Seitenaltar zeigt das Martyrium der Hl. Barbara, der rechte Seitenaltar ist dem Hl. Gregor dem Großen gewidmet. Außerdem erinnert ein Bild der Skapulierbruderschaft an die Karmeliten und ihr Bemühen um einen marianischen Charakter der Wallfahrt: Das Gemälde zeigt den englischen Karmeliten hl. Simon Stock, dem die Muttergottes 1251 erschien, um ihm das Skapulier als Unterpfand des Heiles zu überreichen. Das Hubertusbildnis auf der rechten Seite legt Zeugnis von der tiefen Verbundenheit des Fährbrücker Hubertusvereins mit „seiner Kirche“ ab.

Eigentliches Ziel der Pilger und Wallfahrer ist jedoch das Gnadenbild, das Hofbildhauer Johann Peter Wagner 1798 im Auftrag von Freiherr von Guttenberg anfertigte. Bereits vorher wurde eine Madonnenfigur in Fährbrück verehrt. Die einfache bekleidete Figur kam vermutlich während der napoleonischen Kriege abhanden und so leistete man sich 100 Jahre nach dem Bau der Kirche ein neues Gnadenbild. Die farbig gefasste Holzfigur ist im Typus der Herzogin von Franken gestaltet: Maria hält in der rechten Hand ein Zepter, während das Je-suskind auf ihrer Rechten einen Reichsapfel trägt. Die Rechte des Kindes ist segnend erhoben. Die von einem Strahlenkranz umgebene Maria steht – gemäß dem Bild aus der Geheimen Offenbarung – auf der Mondsichel und zertritt den Kopf einer Schlange. Lange stand die Madonna in einer Nische des südlichen Seiteneingangs. Im Zuge der jüngsten Renovierungsarbeiten erhielt die Gottesmutter dann einen neuen Platz unter der Orgelempore. „Nach anfänglichen Protesten sind heute alle glücklich mit dieser Lösung“, erzählt Pater Marcellus. Der neue Standort und die geschmackvoll gestaltete Gebetsnische, in deren Zentrum die Madonna auf einer modernen Stele von Julian Walther steht, werde „bestens angenommen“ und sei ein „Ort, an dem man ungestört verweilen kann“.

Anja Legge